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Contact ::: Invasion der Aliens ähm ... Anwender wollte ich sagen

In Anlehnung an den gleichnamigen Film mit Jodie Foster nenne ich den ersten Kontakt einer Basisapplikation mit echten Anwendern "Contact". Die Bedeutung des Contact ist natürlich abhängig vom "Neuheitsfaktor" einer Software. Die 101-ste Auftragsentwicklung eines Warenwirtschaftssystems hat keinen sehr hohen Neuheitsfaktor, obwohl ihre Daseinsberechtigung dadurch in keinster Weise in Frage gestellt wird. Der Contact ist dann aber eine unspektakuläre Routine.

Anders bei Softwareprogrammen, die es so noch nicht gibt.

Bevor das weiter ausgeführt wird, ein kleiner Ausflug in meine Vergangenheit:

Nachdem ich in meiner ersten Anstellung als Softwareentwickler erlebt habe, wie ein 150.000,- DM teures Softwaresystem mit großem Theater angeschafft und eingeführt, aber dann von keinem einzigen Mitarbeiter jemals benutzt wurde, hat sich in mir der Wunsch herausgebildet, Software zu entwickeln, die wirklich gebraucht und benutzt wird.

Angestellte aller Branchen werden schon jene Alptraum-Phasen erlebt haben, wo mit viel Druck "von oben" die Benutzung von Software erzwungen wird, die man eigentlich nicht freiwillig benutzen würde.

Daraus leite ich den Begriff eines "lebendigen, freiwilligen Gebrauchs" von Software ab. Das bedeutet, Software aus einem inneren Bedürfnis heraus freiwillig einzusetzen, weil sie eine echte Bereicherung oder Erleichterung darstellt.

Der Contact dient nun genau dazu, bereits anhand der Basisapplikation festzustellen, ob ein solches Bedürfnis bei irgendwelchen Anwendern besteht.

Und richtig: Der Contact besteht darin, die Basisapplikation echten Anwendern zur Verfügung zu stellen. Das kann auch die Entwicklung sein, wenn sie ein echtes Anwendungsbedürfnis für ein System hat und sich ein reales Anwendungsszenario schafft.

Es gilt beim Contact festzustellen, ob das System tatsächlich verwendet wird oder ob die Idee des Systems zwar gut klingend und theoretisch plausibel ist, aber praktisch nicht funktioniert.

Es geht hier nicht um einen Funktionstest. Natürlich kann man das System auf jeden Fall ablaufen lassen. Aber beim Contact soll festgestellt werden, ob das theoretisch angenommene Bedürfnis nach der Applikation dafür ausreicht, dass es auch wirklich eingesetzt wird.

Man muss den Contact nicht unbedingt als ja-nein-Test sehen – Software wegschmeißen oder behalten – sondern kann ihn auch als Anregung benutzen, die Grundidee einer Software so lange zu korrigieren, bis sie in Form der Basisapplikation auf ein natürliches Anwendungsbedürfnis trifft.

Defizite, die sich beim Contact zeigen, sind an einer Basisapplikation sehr viel einfacher zu korrigieren als an einem System, in dem schon Jahre an Entwicklungsaufwand stecken.

Es bleibt auf jeden Fall festzuhalten, dass der Contact die ursprüngliche Idee und Intention einer Software bereits massiv verändern kann. Und das tut jedes Aufeinandertreffen einer materialisierten Idee mit der Praxis.

nächstes Kapitel: Dialog mit der Praxis