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Formalismus, Exaktheit und Vollständigkeit kontra Einfachheit

Ein Modell ist eine vereinfachte Darstellung. Es ist nicht die Realität. Es ist aus diesem Grund auch niemals wirklich "richtig". Es stellt eine komplexe Sache dar, aber es entspricht ihr nicht. Die Einfachheit wird mit mehr oder weniger großen Abweichungen erkauft.

Es gibt im Softwareengineering eine Tendenz, die Abweichungen zu minimieren und zwar durch Formalismus, Exaktheit und Vollständigkeit von Modellen. Diese Tendenz geht natürlich insbesondere mit der Nutzung von Analyse- und Designtools einher.

Zwischen Exaktheit und Formalismus gibt es einen direkten Zusammenhang. Je mehr Exaktheit erzielt werden soll, um so komplizierter die Beschreibungssprache.

Formalismus, Exaktheit und Vollständigkeit wirken dem eigentlichen Ziel von Modellierung – der Einfachheit – direkt entgegen. Die Modelle nehmen dadurch eine Komplexität an, welche der Komplexität des späteren Systems kaum nachsteht.

Es gibt zwei Hintergründe für diese Entwicklung:

Kennzeichnend für diesen Umgang mit Modellen ist, dass irgendwann das Gefühl aufkommt, man arbeitet hier nur noch etwas formal ab – eine leere Fleißarbeit. Und: Es kann geistig ganz schön anstrengend werden.

Im Grunde wird bei dieser Art Modellierung bereits implementiert, nur mit einer abstrakteren Sprache. Aber wo ist dann die Modellierung abgeblieben?

nächstes Kapitel: Modellierung mit Stift und Papier (Modellierung)