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Passive Fehlersuche

Jeder Softwareentwickler macht mal einen Fehler, der dann gesucht werden muss. Man nehme einen solchen Fehler, der noch nicht gefunden wurde und der den Eindruck macht, etwas anspruchsvoller als ein vergessenes Semikolon zu sein. Und nun richte man seine Aufmerksamkeit auf Aspekte dieses Fehlers, die einem gerade in den Sinn kommen, z.B. sich anzuschauen wie er auftritt oder ein bisschen im Quellcode stöbern. ABER: Ganz wichtig: Nur schauen. Möglichst passiv schauen. Zuschauen. Nicht anstrengen, nicht suchen, nicht nachdenken. Nur gucken: innerlich und äußerlich, also in sich rein und aufs Programm und dabei registrieren was passiert. Eingebungen, Ideen und Handlungsimpulsen folgen und dabei aber vor allem feststellen, dass sie auftreten, obwohl man nur passiv schaut.

Ziel dieser Übung ist es, praktisch zu erfahren, wie unsere Aufmerksamkeit – obwohl nur ohne jede Anstrengung ausgerichtet – Dinge wachsen und entstehen lässt.

Diese Übung hat einen wirklich tiefen praktischen Nutzen: Wenn es anderen Entwicklern wie mir selber geht, dann lösen manche Fehler ein innerliches Zusammenzucken aus "Oh, schon wieder! Sieht kompliziert aus! Werde ich vermutlich niemals finden!" Diese Übung richtig verstanden, lässt die innere Sicherheit kontinuierlich wachsen, dass man jeden Fehler finden kann, durch "einfach nur gucken", ohne jede Anstrengung. Denn die Aufmerksamkeit ist eine Kraft, die zwar unauffällig wirkt aber absolut zuverlässig und auf längere Sicht äußerst machtvoll.

nächstes Kapitel: Die Kraft von Ideen (Das neue Modell in der Praxis)